H0-Bahnsteige und -Bahnsteigdächer im preisgünstigen Eigenbau

Braucht man einige Meter Bahnsteige mit Dächern, wird es als Fertigbausatz aus dem Handel schnell teuer. Deshalb zeigen wir hier eine preiswerte Alternative (unter 15 EUR für 2 Meter Bahnsteig!). Allerdings: Es sieht auch etwas unregelmäßiger aus und man sieht, dass es selbstgemacht ist…

Los geht’s:

Material: Holzleisten aus dem Bastelgeschäft (nicht dicker als 3mm für H0) oder fertige Lasercut-Profile; zusätzlich benötigt man: fein gerippte Wellpappe (schwarz; ebenfalls aus dem Bastelgeschäft), feiner Basteldraht und natürlich Holzleim (der einfache, wasserlösliche reicht)

BAHNSTEIG
Als Grundlage für den Bahnsteig sägt man eine Holzplatte in die gewünschten Maße (z.B. 8mm hoch; Breite je nach Abstand zwischen den Gleisen; Vorsicht: Am besten mit einem breiten Personenwagen mit Trittbrettern abmessen und sicherheitshalber etwas schmaler sägen!)

Für den Belag sind Bastelpappen aus dem Modellbahnladen zu empfehlen, da sie auch preisgünstig sind. Wir haben hier von Vollmer das Katzenkopfplaster Spur N verwendet. In H0 wirkt es dann wie das kleine Katzenkopfpflaster. An den Seiten lässt man etwas Platz für Kantsteine:

Die Kantsteine selbst schneidet man aus einer einfachen Pappe (etwa 1mm Dicke) per Schere aus. Sie können auch etwas unregelmäßiger ausfallen.

Die Kantsteine werden mit Leim rundum aufgeklebt und (dunkel)grau bemalt, so dass sie wie Beton- oder Granitsteine aussehen.

Fertig ist der Rohbahnsteig. Für ein verwittertes Aussehen kann man die Kantsteine in etwas hellerem Grau mit fast trockenem Pinsel ganz leicht „überschraffieren“. Ebenso kann man kleinere Farbflecken auf das Kopfsteinpflaster aufbringen und mit Finger oder weichem Tuch verwischen (vorsichtig, damit sich die Pappe nicht anlöst). Dadurch wird der meiste regelmäßige Druck der Strukturpappen etwas unregelmäßiger und der Bahnsteig ist nicht so „sauber“. Für Epoche V-VI kann man noch kleinste Papierstreifen und anderen Müll (Bierdosen etc.) auf den Bahnsteig kleben.

DIE DÄCHER
Kleine Holzleisten bekommt man im gutsortierten Bastelgeschäft.

Aus 3mm Quadratstäben werden die Profile gesägt und mit Holzleim liegend geklebt:

Farblich nach Wunsch anstreichen:

Dann werden kleine Hilfspappen (z.B. schwarzer Bastelkarton) angeklebt; sie helfen beim Zusammenbau und stabilisieren später das fertige Dach. Da sie sich nachher unterhalb des Wellblechdaches befinden, sind sie nicht mehr sichtbar.

Dann braucht man eine ruhige Hand und ein paar Wäscheklammern für den Zusammenbau der Profile (je Fernsehwerbepause schafft man 2 Segmente). Als Längsstreben verwendet man flache Rechteckprofile (z.B. 4-5mm x 1-2mm).

In der Mitte, unter dem First, wird wieder ein Quadratprofil mit Abstützungen angebracht:

Wenn der Rohbau fertig ist, ggf. noch farblich nachbehandeln. Dann kommt die fein geriffelte Wellpappe (schwarz) drauf:

Bahnsteigschilder, Gleisnummern und Uhren kann man selbst gestalten (per Computer klein ausdrucken). Den Bahnhofsnamen befestigt man z.B. mit feinem Draht:

Fertig! Das Bahnsteigdach noch mit etwas schwarzer Farbe (z.B. Abtönfarbe; mit wenig Wasser) unregelmäßig „verwittern“ und vor allem weiße Stellen an den Schnittkanten der Wellpappe kaschieren. Die Bahnsteige sollten an wenigstens 2 Pfosten im Bahnsteig verankert werden, damit sie nicht verrutschen und vom Zug „mitgenommen“ werden. Am besten an 2 Pfosten unten jeweils ein kleines Stück Holz ankleben und den Bahnsteig in vorgebohrte Löcher auf dem Bahnsteig einstecken (lose, nicht verleimen, damit man sie später jederzeit noch abnehmen kann!).

Einfacher und ebenmäßiger geht es mit gelaserten Profilen. Der Zusammenbau erfolgt wie bei den handgefertigten Profilen:



Besuchen Sie uns, wenn Sie Fragen haben und sich das ganze mal anschauen wollen!

Ein Kommentar:

  1. Andreas Eder

    Hallo zusammen,
    ich habe am Wochenende nach Eurer Anleitung einen Bahnsteig gebaut. Und ich muss sagen, es hat super geklappt. Die Anleitung ist wirklich spitze.
    Als Pflaster habe ich das „römische Kopfsteinpflaster“ von Faller genommen, die Kantsteine, wie beschrieben, aus Pappe selbst geschnitten, sehr unregelmäßig in der Länge, sieht super aus.
    Für das Holzgestell habe ich bei Penny „Burger-Spieße aus Bambus“ gekauft. Diese sind 4 x 3 mm und ca. 20 cm lang, sehr stabil und kosten 1,99 € für 25 Stück. Zur Erhöhung der Stabilität habe ich dort, wo der Querträger sitzt, die Ständer ca. 1/2 mm ausgeklinkt und den Querträger dort eingesetzt.
    Als Längsverbindung für die Segmente habe ich (auch bei Penny) „Pommesgabeln aus Holz“ genommen, auch 1,99 € für 25 Stück. Diese sind ca. 1 x 6 mm und nach Abschneiden der Spitzen vorne und der Rundung hinten genau 75 mm lang. Dies scheint die ideale Länge für den Abstand der Tragegestelle voneinander zu sein denn es entspricht genau dem Abstand zwischen den Säulen beim Faller-Bahnsteig Nr. 120191. Als letzten Schritt habe ich noch im Dachfirst von innen einen Streifen schwarzen Bastelkarton eingeklebt, damit, wenn ich eine Beleuchtung einbaue, diese nicht durch den Dachfirst scheint. Im Vergleich zu den fast 36 € für besagtes Faller Modell habe ich jetzt für wenige Euro einen Super-Bahnsteig, der genau meinen Bedürfnissen entspricht. Und ich meine, er sieht sogar noch viel besser aus als dass Faller-Modell. Im nächsten Versuch werde ich mal ausprobieren, das Dach so zu bauen, dass die Dachneigung nach innen geht, wie das ja bei Bahnsteigen oft der Fall ist.
    Ich möchte mich nochmal herzlich bedanken bei Euch für diese tolle Anleitung.
    Viele Grüße und allzeit gute Fahrt 🙂

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