H0 Jugendanlage

Unsere Märklin H0-Nostalgieanlage

Neben dem allgemeinen Trend, unsere digitalen Bahnen mit immer perfekteren Funktionen auszustatten und den Detaillierungsgrad der aktuellen Modellbahnen immer weiter zu treiben, kann man in einer Nische abseits dieser Bestrebungen bei vielen Modellbahnern einen Trend erkennen, der wohl mehr emotional begründet liegt: Nostalgieanlagen und das Sammeln alter Modellbahnen erfreuen sich wachsender Beliebtheit.

Gerade angesichts des genannten Hangs zur Perfektion wecken diese alten Modelle längst vergessen geglaubte Kindheitserinnerungen.

Märklin der 60er Jahre: die Bahn wird meist an Weihnachten aufgebaut. Blechgleis mit Punktkontakten, möglichst viel auf kleinem Raum, die Züge rattern laut und oft viel zu schnell über das Gleis. Es gibt nicht die große Auswahl von heute und der Normalverdiener muss lange sparen um Wünsche zu erfüllen.

Wer von uns Erwachsenen heute eine solche Bahn erlebt, erinnert sich vielleicht an den Großvater. Es sind neben dem Anblick der schweren Fahrzeuge und der Geräuschentwicklung auch Gerüche, die Erinnerungen hervorrufen. Lass eine V200 einige Runden laufen bis das Öl im Motor warm ist, dann zieh sie die unter der Nase durch, dann weißt Du wovon ich rede. „Es riecht nach Ampere“, nannte mein Vater das. Auch das Dampföl, das nur den größten Dampflokmodellen vorgehalten war, mit seinem leichten Zitrusaroma erinnert an glückliche Kindertage.

Im Jahr 2009 begannen wir, Material für eine solche Nostalgieanlage zu sammeln. Es war von Anfang an ein „Low Budget Projekt“. Jeder gab ein paar Gleise dazu, etwas Zubehör wurde auf Börsen gekauft und gespendet, die Anlage wurde von unseren Jugendlichen auf einer alten Tischtennisplatte erbaut. Ein Schwimmbad wurde aus Bausätzen gebaut, der Rummelplatz aus der alten H0 Anlage instand gesetzt und z.B. um Figuren ergänzt.

Heute ist auf unseren Veranstaltungen diese kleine Anlage häufig von älteren Eisenbahnfreunden umringt, aber auch von Familien, denn hier darf von den Kindern selbst zum Fahrtrafo greifen, wer zuvor auf der kleinen Spur N – Trainingsanlage einen „Modellbahnführerschein“ gemacht hat!

Fast ein Gesamt-Überblick: Gebaut, gefahren und betreut von den Jugendlichen des Vereins

Und am Wochenende geht auf den Rummelplatz

Crash bringt Nähe – auch menschlich

…und dann eine Abkühlung im Schwimmbad

Leider, leider

sind diese Bilder schon wieder Geschichte. Aus Platzgründen wurde die Nostalgieanlage abgebaut und durch eine moderne Märklin-Digitalanlage ersetzt. Die ersten Bilder dazu finden Sie durch einen Klick auf den Reiter „Spur H0“.

 

Die „Märklin-Nostalgie-Anlage“ ist Geschichte, an ihrer Stelle jetzt:

Die H0 – Jugendanlage

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In der H0-Anlagen-Planung wurde zwischen dem linken Schenkel, der später ein mal von einem großen Kopfbahnhof beherrscht werden soll und dem rechten Anlagenschenkel, wo zur Zeit an einem 5 gleisigen Durchgangsbahnhof gearbeitet wird, auch eine mittlere Anlagen-„Zunge“ eingeplant. Nach kurzer Zeit kam uns die Idee, diese Zunge mit den Jugendlichen zu bauen, die bisher die Märklin-Nostalgieanlage betrieben.

 

Der Gleisplan:

So wurde ein nicht uninteressanter Gleisplan entworfen. Als Gleismaterial wird das Märklin C-Gleis verwendet.

Eine zweigleisige Hauptstrecke steigt auf der Anlagen-Zunge an und verschwindet kurz nach einer Brücke in einem Tunnel. Im nicht sichtbaren Bereich (später einmal unter dem großen Kopfbahnhof) befindet sich einviergleisiger Abstellbahnhof.    Hier werden Züge abgestellt und gewechselt. Nach dem Durchfahren des Abstell- bahnhofes kommen die Züge in einem modernen Tiefbahnhof ans Licht. Auch dieser Tiefbahnhof hat vier Gleise (in jede Richtung zwei) und besitzt zwei Mittelbahnsteige. Die Züge verschwinden erneut in einem Tunnel und man findet sie kurze Zeit später auf der Zunge wieder. Die Strecke steigt wieder an (siehe oben) und die „Rundfahrt“ kann neu beginnen. In der Mitte der Zunge befindet sich ein  kleiner zweigleisiger Endbahnhof, hier halten Triebwagen und S-Bahnen. Diese Züge binden die Bewohner auf der Zunge an die große weite Welt an.

Die Jugendanlage wird autonom betrieben, ihr Zugverkehr muss also nicht mit der großen H0-Anlage abgestimmt werden. Zugleich ermöglicht ein Verbindungsgleis den Übergang von Zügen zur und von der Hauptanlage.

Thema:

Auf den Gleisen der H0-Jugendanlage sind die moderneren Epochen vertreten (Epochen 5-6). So wird auch die Landschaft gehalten. In den modernen Tiefbahnhof gelangt man von der „B-Ebene“ über zwei Brücken und per Rolltreppen zu den zwei langen Mittelbahnsteigen. In den zahlreichen Geschäften, die hier noch gebaut werden, kann man letzte Besorgungen vor der Fahrt machen.

Auf der Zunge gibt es Wechselmodule; im Winter ist hier ein Winterdorf mit Weihnachtsmarkt und im Sommer ein Freibad mit großer Liegefläche.

Hier ist auch das ein oder andere Detail zu finden.

Außerdem ist auf der Zunge reger Autoverkehr  dank dem Faller-Car-System.

 

Steuerung:

Gesteuert wird die Anlage mit dem Digital-System von Märklin. Im Verein steht zu jeder Zeit eine Märklin „Mobile Station 2“ zur Verfügung. An Fahrtagen wird die    Anlage mit einer privaten Märklin „Central-Station“ und „Mobile-Station 2″gesteuert. Momentan wird eine zusätzliche Handy-App-Steuerung erprobt. Neuerdings werden auch die Weichendigital geschaltet.

 

 

 

Blick auf die Zunge mit dem Wechselmodul

Blick auf die Steigung; links der Tiefbahnhof

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